Mönchfeld miteinander - Exkursionsreihe Bunt macht Station im Quartier

Interessierte besuchten das Quartier Mönchfeld

Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart/Christiane Bundschuh-Schramm

25.02.2026

Wie geht Quartierspastoral und wie fängt man an?

15 Neugierige konnten sich in Mönchfeld ein Bild machen. Seit knapp zwei Jahren wirkt dort Hildegard Schnetz-Frangen und krempelt einen verlassenen Dorfplatz zu einem lebendigen Quartiersmittelpunkt um. Es ist eine Freude, ihr zuzuhören und manchmal kann sie es selber kaum fassen, dass sie zum Ende ihrer beruflichen Laufbahn noch einmal eine Hochzeit erleben darf. Denn was vor weniger als zwei Jahren klein begann, hat sich zu einer großen Vernetzungsgeschichte entwickelt. Als hätten andere Akteure wie das Jugendhaus, der Mobifant, die Jugendfarm, die Kommune, die evangelische Kirche, die Caritas und viele einzelne in Mönchfeld darauf gewartet, dass jemand die Initiative ergreift und Gemeinschaft, Gemeinsinn und Zusammenhalt ermöglicht und fördert. 

Hildegard Schnetz-Frangen und ihr Team sagen, worauf es ankommt: “Zuhören, was die Menschen brauchen; keine kirchlichen Interessen verfolgen, dann habe ich gleich verloren”, so die Quartiersseelsorgerin; “und Bescheidenheit, denn es geht darum, den Menschen etwas zuzutrauen, dass sie selber gestalten und sich einbringen wollen”. 

Jeden Freitagnachmittag ist das Team verlässlich auf dem Platz vor der Kirche oder im Winter im Gemeindehaus, die Türen sind offen, die Kaffeemaschine ist bereit und die unterschiedlichen Initiativen bringen sich ein, mit Basteln, Spielen, Sport, Kuchen, Tieren, Clownerei. Oft spontan ereignet sich etwas und Seelsorge findet dazwischen statt. 

Das Team ist international und multireligiös und so sind auch die Teilnehmenden aus vielen Altersschichten, Nationen und Religionen. Gemischte Engagierte ziehen eine große Mischung an Teilnehmenden an, so die Erfahrung in Mönchfeld. 

Und wie fängt man an? Hildegard Schnetz-Frangen hat in den ersten Wochen vor allem Kontakte geknüpft und mit Menschen außerhalb der kirchlichen Bubble gesprochen. Die Quartiersentwicklung hat aber einen längeren Vorlauf, zum einen gibt es eine Vernetzungsgruppe, die durch das große Engagement der Gewählten Vorsitzenden Martina Siegl schon vor dem Abriss und Neubau einer kleineren Kirche ins Arbeiten kam, zum andern haben die Engagierten der Kirchengemeinde ihre Haltung verändert: vom binnengemeindlichen Denken zu offenen Türen für alle. "Die offenen Türen sind entscheidend, ich muss meine Gebäude aufmachen und für alle niederschwellig zugänglich, egal welcher Konfession, nur dann kann Begegnung und Beziehung zum Wohl der Menschen gelingen", sagt Hildegard Schnetz-Fragen und der Erfolg gibt ihr Recht. Ohne offene Türen und weite Netzwerke haben die Gemeindehäuser keine Zukunft; dass es anders geht, kann man in Mönchfeld erleben. 

Bild und Text: Christiane Bundschuh-Schramm

Die Veranstaltung hat im Rahmen der Exkursionsreihe “BUNT! Schau mal, wie es gehen kann” zu innovativen Orten der Seelsorge stattgefunden. 

Raus aus der eigenen Bubble, rein in Orte, wo was Neues probiert wird, wo es Erfahrungen mit Suchenden und mild Religiösen gibt, wo Vernetzungen passieren über die kirchlichen Grenzen hinaus und Menschen biographiebezogen und nutzer:innenorientiert angesprochen werden. Von den Erfolgen, aber auch von den Niederlagen erzählen die Pionier:innen vor Ort, um einen Raum zu schaffen für Gespräch, Ermutigung und weitere Ideen. 

Kommen können alle, die Interesse haben an einer Kirchenentwicklung, die mehr sein will als Selbsterhalt!

Weitere Veranstaltungen finden noch von März bis Juli statt.

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