Neue Strukturen für das Glaubensleben in der Region

Vertreterinnen und Vertreter aus Heilbronn-Neckarsulm, Hohenlohe und Mergentheim nutzen die Möglichkeit zum Austausch über „Kirche der Zukunft“.

Stefanie Oeben, Dr. Thomas Schwieren, Bischof Dr. Klaus Krämer, Barbara Strifler, Elke Bürkle und Tobias Kriegisch beantworten in der Kirche St. Joseph in Öhringen Fragen zum Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Foto: DRS/Guzy

15.06.2026

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart befindet sich mitten im Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“. Wie der aktuelle Stand aussieht, darüber informierten sich fast 200 Vertreterinnen und Vertreter aus den Dekanaten Heilbronn-Neckarsulm, Hohenlohe und Mergentheim sowie aus den Kirchengemeinden dieser Dekanate bei einer Regionalkonferenz. In der Kirche St. Joseph in Öhringen konnten sie Bischof Dr. Klaus Krämer und den Verantwortlichen für die verschiedenen Programme des Prozesses ihre Fragen stellen.

Nach der Begrüßung durch Nada Zinic, gewählte Vorsitzende der Kirchengemeinde Öhringen, und einem Impuls von Pfarrer Steffen Vogt erläuterte Barbara Strifler die Hintergründe für den Entwicklungsprozess. Strifler, die der Prozessleitung „Kirche der Zukunft“ angehört, sprach die Rahmenbedingungen an: den Rückgang der Kirchenmitglieder, die damit verbundenen sinkenden Kirchensteuereinnahmen, sowie den prognostizierten Rückgang des pastoralen Personals. Ende 2025 hatte der Diözesanrat daher im Rahmen des Programms „Seelsorge in neuen Strukturen“ dafür votiert, diözesanweit aus den aktuell 1.020 Kirchengemeinden 50 bis 80 neue Kirchengemeinden zu bilden. Das soll den Verwaltungsaufwand reduzieren, das pastorale Personal entlasten und so Ressourcen für die Seelsorge freisetzen.

Bis zum 20. September sollen die Kirchengemeinden ein Votum dazu abgeben, mit welchen Kirchengemeinden sie künftig eine neue Kirchengemeinde bilden wollen. Ende des Jahres soll dann die Entscheidung über die neue diözesane Landkarte fallen. Danach haben die jeweiligen Kirchengemeinden drei Jahre Zeit, in einer Gründungsvereinbarung die organisatorische und inhaltliche Zusammenarbeit auszuhandeln.

Interview mit dem Bischof

Die aktuellen Kirchengemeinden bleiben in den neuen Kirchengemeinden als Kirchorte zusammen mit anderen kirchlichen Einrichtungen und Orten wichtige Orte des kirchlichen Lebens. Das betonte auch Bischof Dr. Klaus Krämer. Er sprach von einem „lebendigen Netzwerk von Menschen, die in der Region Glauben leben“. In einem Interview mit Stefanie Oeben von der Prozessleitung „Kirche der Zukunft“ beantwortete der Bischof in mehrere Themenblöcke zusammengefasste Fragen, die bereits im Vorfeld der Veranstaltung eingereicht worden waren.

Dabei ging es zum Beispiel um das Ehrenamt. Die Begleitung des Ehrenamts sei ein zentrales Anliegen, sagte Krämer. Durch neue Strukturen könnten auch neue Menschen gewonnen werden, bezog er sich auf Erfahrungen andernorts.

Fragen zu den Kirchorten

Bei den Fragen, die dann live aus dem Kreis der Vertreterinnen und Vertreter auch an die weiteren Programm-Verantwortlichen wie Elke Bürkle (Programmleiterin von „Verwaltung in neuen Strukturen“), Tobias Kriegisch (Projektleiter im Programm „Seelsorge in neuen Strukturen“) und Dr. Thomas Schwieren (Programmleiter „Räume für eine Kirche der Zukunft“) gestellt wurden, ging es mehrmals um die Situation der künftigen Kirchorte, wie ihre Repräsentation im Kirchengemeinderat oder die Finanzen. Darin spiegelten sich die Bedenken, die mit dem Veränderungsprozess verbunden sind.

Die Verantwortlichen aus dem Bischöflichen Ordinariat plädierten für einen fairen Umgang miteinander. Konkret sollen die Kirchorte zum Beispiel über eigene finanzielle Mittel verfügen. Bischof Krämer bat darum, „die Gunst der Stunde zu nutzen, Dinge zu gestalten“.

Die Regionalkonferenz in Öhringen war die fünfte von insgesamt sieben Regionalkonferenzen unter dem Motto „Mit dem Bischof im Gespräch über die Kirche der Zukunft“.

Arkadius Guzy