Seelsorge - das Herz der Kirche
Was bleibt von einem seelsorglichen Gespräch? Was trägt Menschen in schwierigen Zeiten? Und was braucht gute Seelsorge?
Als Mensch für andere Menschen da sein, das ist der Auftrag von Kirche. Daher ist es ein wichtiges Ziel des Entwicklungsprozesses „Kirche der Zukunft“, gute Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass haupt- und ehrenamtlich engagierte Seelsorger Menschen verlässlich begleiten und Seelsorge wirksam gestalten können - etwa durch die Entlastung von Verwaltungsaufgaben, verlässliche Strukturen oder die Stärkung der Zusammenarbeit.
Gerade in Zeiten, in denen viele Fragen rund um Strukturen und deren Weiterentwicklung im Mittelpunkt stehen, ist es wichtig, das Ziel im Blick zu behalten: Strukturen sind kein Selbstzweck. Sie sollen dazu dienen, dass Seelsorge weiterhin möglich bleibt – dass Menschen begleitet werden, Unterstützung erfahren und Kirche nah bei den Menschen sein kann.
Beeindruckende Seelsorge-Erlebnisse
In den vorliegenden Videos berichten fünf Seelsorger:innen von besonders eindrücklichen Erlebnissen. Sie zeigen, was gute Seelsorge bewirken kann und welche Bedingungen es braucht, damit sie gelingt.
Die Videos machen sichtbar, warum Seelsorge das Herz der Kirche ist und warum wir mit dem Prozess „Kirche der Zukunft“ gute Bedingungen schaffen wollen, damit Seelsorge auch künftig möglich bleibt.
Durch Klicken auf das Bild gelangen Sie zum jeweiligen Video.
Wir haben außerdem Menschen eingeladen, ihre persönlichen Erlebnisse mit Seelsorge mit uns zu teilen:
- Sterbefall - Die Angehörigen kommen ein paar Tage nach der Beerdigung ins Pfarrbüro, um einen Termin für den 2. Trauergottesdienst zu vereinbaren. Oft haben die Leute dann Redebedarf und man kommt ins Gespräch und sie bedanken sich und dann entschuldigen sie sich, weil sie mich (Sekretärin) so lange von der Arbeit abgehalten haben. Aber diese Zeit nehme ich mir gerne und darf ich mir auch nehmen.
- Seelsorge ist oft nicht das Tun, sondern das Dasein. Nach zweieinhalb Stunden Schweigen bedankte sich eine Person: "Wie gut, dass Sie da waren." Auch der Dienst des Schweigens kostet viel Kraft - wenn dann das Sein so hilfreich wirkt, macht es Mut für den nächsten Auftrag.
- Ein Gast des Hospizes nimmt schon vom 1. Tag an Seelsorgeangebote wahr. Weil sie lange da ist, kennt sie viele Gäste. Sie ist sehr dankbar dafür, dass ich ihr anbiete, sie zu begleiten, als sie sich von einem anderen Gast verabschiedet, der dann auch bald stirbt. Nach dem anschließenden Gespräch über Verbundenheit von Menschen durch geistliche Weg-Gemeinschaft gerade an diesem Ort besucht sie aus eigenem Antrieb einen weiteren Gast, der mit ihr am Tisch zusammen gegessen hat, solange er das noch konnte. Sie bringt ihm ein Lied über Gottes Liebe jenseits aller Grenzen auf dem Handy mit und beide teilen sehr kostbare Minuten. Sie sagt: ich habe einen Himmels-Moment erlebt, weil ich durch die eigene Seelsorge dazu ermutigt wurde. Ich bin zutiefst dankbar für die Kraft und das Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten als Wegbegleiterin für andere Gäste im Haus, die diese Frau für sich selbst gewonnen hat - durch Seelsorge.
- Es gibt nicht DAS Erlebnis, dafür passiert täglich Folgendes: Oft kommen Personen in unsere alte gotische Kirche "hineingestolpert". Ein erstaunter Blick. Mitarbeitende gehen auf die Person zu, fragen, ob man helfen, unterstützen, da sein kann. "Ach, ich dachte, ich bin in einer Kirche." "Ja, das sind Sie." In 90% der Fälle ergibt sich ein Gespräch, oft seelsorgerlich. Für uns ist klar: Da sein, ansprechbar sein, ein gutes Angebot haben, Kaffee ausschenken, die Freundlichkeit Gottes spüren lassen, all das wird gedankt, wenn die Person geht und lächelt: ohne nach dem Kirchenbuch zu fragen, ohne nach dem richtigen Glauben zu fragen, ohne irgendwelche Voraussetzung darf erlebt werden, was wir denken von Jesu Botschaft verstanden zu haben.
- Eine Begegnung bei der "Reinigung" - "schön, dass ich Sie treffe", sagt eine Dame, die ich eher an der Stimme als am Gesicht noch erkenne, "ich wollte Ihnen schon immer mal sagen, welch Glück wir hatten, beim Zuzug in die neue Stadt in der besonderen Corona-Zeit, dass Sie meinem Sohn mit den Einstieg bei den Minis ermöglicht haben. Wir Zwei konnten leichter ankommen."
Haben auch Sie eine besondere Seelsorgeerfahrung gemacht?
Ist Ihnen ein Gespräch, eine Begegnung oder eine Begleitung in einer besonderen Lebenssituation in Erinnerung geblieben? Dann erzählen Sie uns davon.
Mit Ihrer Geschichte machen Sie sichtbar, was Seelsorge bewirken kann und warum sie für viele Menschen von großer Bedeutung ist. Ausgewählte Erfahrungsberichte veröffentlichen wir dann anonymisiert ebenfalls auf unserer Website, um die Vielfalt und Kraft der Seelsorge zu zeigen.
Wir freuen uns auf Ihre Geschichte!





